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Die Diagnose von Nierenkrebs

Liegt ein erster Verdacht auf einen Tumor in der Niere vor, folgen verschiedene Untersuchungen. Damit soll zum einen festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um Nierenkrebs handelt. Zum anderen sind bestimmte Untersuchungen wichtig, um das Ausmaß der Erkrankung zu erfassen, zu bewerten und somit die bestmögliche Entscheidung für die weitere Behandlung zu treffen. So lässt sich beispielsweise erkennen, ob der Tumor mit einer Operation vollständig entfernt werden kann und ob er eventuell schon Metastasen gebildet hat, also in andere Körperregionen gestreut hat.

Arztgespräch getty e006025Nach der Erhebung der Krankengeschichte, der so genannten Anamnese folgt meist eine körperliche Untersuchung (Tastbefunde) durch den Arzt/die Ärztin sowie eine Laboruntersuchung von Urin und Blut. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder CT und MRT liefern Informationen zur Größe und Lage des Tumors. Betrachtet werden oftmals auch Gewebeproben, die biologische Eigenschaften des Tumors wie die Wachstumsgeschwindigkeit oder die Zellbeschaffenheit liefern.

 

Der erste Schritt: Anamnese – das Gespräch mit dem Arzt/der Ärztin

Am Anfang der Untersuchung steht die Aufnahme der Krankengeschichte (Anamnese) durch den Arzt/die Ärztin. Dabei fragt der/die Behandler:in nach bestehenden Beschwerden, Vorerkrankungen, eventuellen Risikofaktoren sowie Erkrankungen innerhalb der Familie. Daraus ergeben sich oftmals wertvolle Hinweise für die Erkrankung. Liegen beispielsweise schon mehrere Nierenkrebs-Fälle in der Familie vor, kann dies auf eine erbliche Komponente hindeuten.

Bei fortgeschrittenem Nierenkrebs treten oftmals typische Symptome auf, wie zum Beispiel dumpfe Schmerzen im seitlichen Rückenbereich, eine dunkle Verfärbung des Urins oder sichtbare Blutbeimengungen im Urin. Auch hoher Blutdruck, Schwellungen in der Bauchgegend oder an Armen und Beinen, sowie Fieber, Nachtschweiß und häufige Müdigkeit können auf Nierenkrebs hindeuten.

 

Bildgebende Verfahren

Untersuchungen, die Bilder vom Körperinneren erzeugen, werden bildgebende Verfahren genannt. Diese sind schmerzfrei, der Körper wird dabei nicht verletzt. Die wichtigsten Verfahren, die heute bei Nierenkrebs eingesetzt werden, sind: die Ultraschalluntersuchung (Sonografie), Computertomografie (CT), die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) und die Knochen-Szintigraphie.

Die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren sind für die Planung der weiteren Behandlung notwendig.

Sonographie

Beim Ultraschall werden Schallwellen erzeugt, um das Innere des Körpers sichtbar zu machen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Dabei liegt der zu Untersuchende auf dem Rücken. Eine kleine Vorrichtung, die Schallwellen erzeugt, der Schallkopf, wird nun mit gleitenden Bewegungen über die zu untersuchende Stelle geführt. Die Ultraschallwellen werden je nach Gewebe unterschiedlich stark reflektiert, also zurückgeworfen. Diese Signale werden dann vom Schallkopf registriert, in elektrische Impulse umgewandelt und auf einem Bildschirm dargestellt.

Die Sonographie eignet sich besonders gut zur Untersuchung der Organe des Bauchraums und der großen Gefäße. So lassen sich Veränderungen an den Nieren erkennen. Mit dieser Untersuchung lässt sich oftmals klären, ob es sich bei einer Raumforderung an der Niere um eine Zyste (eine gutartige, mit Flüssigkeit gefüllte Veränderung) oder einen Tumor handelt. Zusätzlich kann mittels Ultraschall die Position und ungefähre Größe eines Tumors ermittelt werden.

Tomographie

Mit tomographischen Methoden (tomós, griechisch = der Schnitt) können innere Strukturen des Körpers, zum Beispiel Organe, schichtweise abgebildet werden. Tomographische Methoden erlauben eine dreidimensionale, also räumliche Abbildung.

Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT) werden zur Nierenkrebs-Diagnostik hauptsächlich eingesetzt, um Größe und Lage von Tumoren beziehungsweise Metastasen zu bestimmen. Sie zählen zu den wichtigsten Diagnoseverfahren. Beide Methoden eignen sich auch dazu, den Einfluss einer Therapie zu überprüfen. Dennoch sind Computertomographie und Kernspintomographie nicht immer austauschbar. Welche Methode besser geeignet ist, hängt von der Fragestellung sowie von der zu untersuchenden Körperregion ab.

Computertomographie (CT)

Die Computertomographie beruht auf Röntgenstrahlen, die von den verschiedenen Geweben im Körper unterschiedlich stark abgeschwächt werden. Detektoren messen die Reststrahlung und wandeln die Signale letztlich in Bilder um. Im Unterschied zum herkömmlichen Röntgen durchdringen die Strahlen den Körper in alle Richtungen, weil sich die Strahlenquelle um den Patienten dreht. Mithilfe von Kontrastmitteln, die als Spritze oder Getränk verabreicht werden, lässt sich die Aussagefähigkeit der Computertomographie deutlich verbessern.

Die Computertomographie wird in der Klinik oder in der Praxis eines Radiologen durchgeführt. Das Gerät sieht aus wie ein großer Ring. Auf einer Liege wird der/die Patient:in durch den Ring vor- und zurückgefahren. Die eigentliche Aufnahme der Bilder dauert nur wenige Sekunden, die Untersuchung inklusive Vorbereitung etwa 10 – 30 Minuten und ist völlig schmerzlos. Für den Erfolg der Untersuchung ist es sehr wichtig, dass der zu Untersuchende ruhig liegt und den Anweisungen des Arztes folgt. Die Strahlenmenge ist nicht bedenklich. Die CT-Untersuchung gibt genaue Rückschlüsse auf die Position und Lage, gegebenenfalls auch auf die Art des Tumors.

Wichtig: Um die CT-Untersuchung durchführen zu lassen, muss im Vorfeld sowohl der Kreatinin-, als auch der Schilddrüsen-Wert (TSH-Wert) bestimmt werden. Diese Blutuntersuchungen sollten in der Regel nicht mehr als vier Wochen vor der CT-Untersuchung erfolgen.

Kernspintomographie (MRT)

Die Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie oder MRT) läuft ähnlich wie die Computertomographie ab. Diese Methode nutzt jedoch Magnetfelder und Radiowellen (anstatt Röntgenstrahlen). Menschliches Gewebe ist unterschiedlich stark magnetisierbar. Durch An- und Ausschalten des Magnetfeldes gibt das Gewebe verschieden starke Signale ab. Ein Computer verarbeitet diese Signale zu Bildern. Das Gerät sieht aus wie ein kleiner Tunnel. Zur Untersuchung müssen Metallgegenstände und gegebenenfalls die Oberbekleidung abgelegt werden. Zur Dämmung der Geräusche und zur Kommunikation mit dem Behandler bekommt der/die Patient:in Kopfhörer – das MRT-Gerät verursacht laute „Klopf“-Geräusche. Außerdem gibt es eine Klingel, mit der die Untersuchung jederzeit abgebrochen und der/die Arzt/Ärzt:in gerufen werden kann. Während der Untersuchung muss der/die Patient:in sehr ruhig auf einer Liege innerhalb des MRT-Gerätes liegen. Die Untersuchung dauert etwa 20 – 30 Minuten und ist schmerzlos.

Die MRT wird in der Regel dann eingesetzt, wenn der/die Patient:in kein jodhaltiges Kontrastmittel verträgt, eine eingeschränkte Nierenfunktion hat oder wenn die CT-Untersuchung keinen eindeutigen Befund ergeben hat.

Tipp zur MRT-Untersuchung: Sollten Sie wegen der Enge der Röhre Angst haben, besprechen Sie dies im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt. In diesem Fall könnte die Gabe eines Beruhigungsmittels sinnvoll sein.

Knochen-Szintigraphie

Bei der Szintigraphie werden radioaktiv markierte Substanzen, sogenannte Radionuklide verabreicht, die sich im Tumor und in Metastasen anreichern. Mit Hilfe einer sogenannten Gammakamera können diese Anreicherungen sichtbar gemacht werden. Der/die Patient:in liegt dabei auf einer Liege, während sich eine Kamera um ihn dreht. Die Untersuchung dauert cirka 30 – 60 Minuten und ist schmerzlos. Die Kamera registriert die radioaktive Strahlung. Aus den Messungen werden Abbildungen errechnet und auf dem Bildschirm dargestellt. Da die Radionuklide schwach strahlen und eine kurze Lebensdauer haben, ist die Strahlenbelastung für die Patient:innen sehr gering.

Diese Untersuchung wird oft genutzt, um Knochenmetastasen darzustellen. Allerdings sind die Knochenmetastasen des Nierenzellkarzinoms größtenteils so beschaffen, dass diese schlecht im Knochen-Szintigramm erkennbar sind. Bei unklaren Knochenschmerzen sollte daher eine MRT-Untersuchung des betroffenen Bereichs durchgeführt werden.

Gewebeentnahme (Biopsie)

Bei einer Gewebeentnahme wird mittels einer dünnen Nadel Gewebe aus dem Tumor entnommen. Das Gewebe wird dann anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Dies wird als feingewebliche oder histologische Untersuchung bezeichnet. Da die Niere stark durchblutet ist und der Tumor in den meisten Fällen direkt operiert wird, wird die Gewebeentnahme bei Nierenkrebs nicht standardmäßig durchgeführt. Sollte sich der Arzt gegen eine Operation entscheiden und durch eine lokale Verödung (ablatives Verfahren) behandeln wollen, sollte jedoch eine Gewebeentnahme zur Überprüfung des Befundes stattfinden.

Für die Biopsie wird der/die Arzt/Ärztin meist eine Lokalbetäubung des zu untersuchenden Bereiches vornehmen. Dann wird eine Hohlnadel mit einem Stanzgerät durch die Bauchdecke in den Tumor eingeführt und eine Gewebeprobe entnommen, die anschließend im Labor untersucht wird. Die Gewebeentnahme dauert circa 30 Minuten.

 

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